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Kanning, U. W. (2018). Digitalisierung in der Eignungsdiagnostik. Report Psychologie, 43 (10), 398-408.

Ausgehend davon, dass die treibenden Kräfte in der Entwicklung der computergestützten bzw. digitalisierten Eignungsdiagnostik Unternehmen sind, die mit immer neuen Software-Lösungen auf einen Markt drängen, der von einer nur geringen eignungsdiagnostischen Fachkompetenz geprägt ist, wird dafür plädiert, dass sich die Psychologie hier rasch aktiver einbringt und Chancen sowie Risiken der Entwicklungen aufzeigt. Zunächst werden verschiedene Dimensionen des Computereinsatzes in der Eignungsdiagnostik unterschieden sowie Defizite und Chancen aufgezeigt. Auf dieser Basis werden anschließend verschiedene Methoden digitalisierter Eignungsdiagnostik beschrieben und kritisch diskutiert. Dazu gehören u. a. Online-Bewerbungsformulare, Online-Tests, Analyse von Spuren im Internet oder die computergestützte Deutung von Sprache, Mimik, Gestik und Physiognomie. Es wird verdeutlicht, dass mit Ausnahme von Online-Bewerbungsformularen und Online-Tests keine der neuen Technologien derzeit eine Basis für eine valide und ethisch vertretbare Eignungsdiagnostik bietet. Für die Psychologie wird die Möglichkeit gesehen, sich bereits zu Beginn der Entwicklung einer neuen, eignungsdiagnostischen Technologie mit Fachkompetenz einzubringen und etwas zu bewegen. Dies wird als deutlich effektiver betrachtet, als erst Im Nachhinein eine Anwendungspraxis verändern zu wollen.

PSYNDEX Literature & Audio Visual Media Accession Number: 0346254


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