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Müllensiefen, D. (2017). Messung musikalischer Begabung. In U. Trautwein & M. Hasselhorn (Hrsg.), Begabungen und Talente (S. 125-144). Göttingen: Hogrefe.

Der Erkenntnisstand zur Messung musikalischer Begabung wird im Überblick dargestellt. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit musikalischer Begabung und musikalischen Fähigkeiten hat eine über 100 Jahre lange Forschungsgeschichte. Während vor allem die älteren Forschungsansätze Begriffe wie musikalische (Hoch-)Begabung, Talent oder Eignung eng mit messbaren musikalischen Fertigkeiten assoziieren, treffen die neueren Ansätze eine Unterscheidung zwischen messbaren Fähigkeiten und Begabung oder genetischer Anlage als potenziellem und latentem, also nicht direkt messbaren Faktor, der als eine von mehreren Ursachen von (hohen) musikalischen Leistungen angenommen wird. Bisher ist es jedoch nicht gelungen, die Bedeutung von Begabung als genetischer Anlage relativ zu anderen Erklärungen für musikalische Fähigkeiten und Leistungen zu quantifizieren. Als ein Hindernis dabei werden die konzeptionellen Unklarheiten bei der psychometrischen Modellierung musikalischer Fähigkeiten und die Beschränktheit vieler Testbatterien ausgemacht. Allerdings zeigen Testneuentwicklungen in den letzten Jahren sowie die vermehrte Verwendung großer Stichproben und schließlich die Veröffentlichung zahlreicher Studien zur Genetik, dass individuelle Unterschiede musikalischer Fähigkeiten wieder in den Fokus der musikpsychologischen Forschung getreten sind. Diese Entwicklung wird als Anlass zur Hoffnung genommen, dass alte Fragen zur Natur musikalischer Begabung, zur Entwicklung musikalischer Fähigkeiten und zu den Zusammenhängen mit anderen kognitiven, affektiven und sozialen Fähigkeiten bald neue Antworten erhalten.

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