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Rettenberger, M., Eher, R., Desmarais, S. L., Hurducas, C., Arbach-Lucioni, K., Condermarin, C., Dean, K., Doyle, M., Folino, J. O., Godoy-Cervera, V., Grann, M., Ho, R. M. Y., Large, M. M., Pham, T. H., Nielsen, L. H., Rebocho, M. F., Reeves, K. A., de Ruiter, C., Seewald, K. & Singh, J. P. (2017). Kriminalprognosen in der Praxis. Die Ergebnisse des International Risk Surveys (IRiS) aus Deutschland. Diagnostica, 63 (1), 2-14.

Einschätzungen über das Risiko zukünftiger Gewalttätigkeit sind ein fester Bestandteil der Arbeit von Psychologinnen und Psychologen, wobei bis heute wenig darüber bekannt ist, in welcher Form kriminalprognostische Einschätzungen in der alltäglichen Berufspraxis vorgenommen werden. Durch die vorliegende Forschungsarbeit wird erstmals ein Einblick in die kriminalprognostische Praxis in Deutschland gegeben. Ausgewertet wurden die Ergebnisse des International Risk Survey (IRiS), an der weltweit 2135 Personen aus 44 Ländern teilgenommen haben. Aus Deutschland wurden 97 Psychologinnen und Psychologen sowie Angehörige anderer Berufsgruppen über ihre kriminalprognostischen Tätigkeiten befragt. Die Daten zeigen, dass mittlerweile in der Praxis mehrheitlich auf standardisierte Prognoseinstrumente zurückgegriffen wird. Die Instrumente werden nicht nur als nützlich für die prognostische Einschätzung des zukünftigen Gewaltrisikos eingestuft, sondern auch im Hinblick auf die Therapieindikation sowie die verlaufsdiagnostische Untersuchung von Behandlungs- und Betreuungsfällen als hilfreich beurteilt. In einer Tabelle werden die jeweiligen Häufigkeiten der Anwendung verschiedener Prognoseinstrumente im Jahr vor der Befragung mitgeteilt (COVR, FOTRES, GSIR, HCR-20, LS/CMI, LSI-R, OGRS, PCL-R, PCL:SV, RAMAS, RM2000, SAPROF, START, V-RISK-10, VRAG, VRS). Am häufigsten verwendet wurden demanch die „Historical, Clinical, Risk Management-20“ (HCR-20) und die „Psychopathy Checklist-Revised“ (PCL-R).

Forensic psychologists routinely assess the violence risk of their clients and patients. Nevertheless, there is only little knowledge about which risk assessment methods are regularly used in the field. The present study provides the first insight into the clinical practice of risk assessment in Germany. Data were collected from 2,135 respondents from 44 countries as part of the International Risk Survey (IRiS). In Germany, 97 psychologists and members of other professional disciplines were surveyed about their clinical risk assessment practices. The data indicated that a majority of the respondents regularly use standardized risk assessment instruments in clinical practice. The instruments were not only perceived as useful tools for risk assessment purposes of future violence risk alone but also for developing and evaluating risk management plans.

PSYNDEX Literature & Audio Visual Media Accession Number: 0323022


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